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Was, trans* steht jetzt auch im Duden?

„trans“ als Adjektiv funktioniert ähnlich wie „super“, als indeklinables Adjektiv. Indeklinabel heißt, dass es nicht gebeugt wird wie die meisten der Adjektive im Deutschen:
Es heißt also „eine super Person“ (nicht „eine supere Person“) und das gilt auch für „trans“ als Adjektiv.

trans*

Ältere Schreibweisen wie „Transperson“ werden nicht mehr verwendet. Der Grund dafür ist die Analogie zu anderen Eigenschaften, die Menschen zugeschrieben werden, wie „die große Person“. Niemand würde von „Großperson“ reden. Und das aus gutem Grund!

Eigenschaften in dieser Weise an Substantive anzukoppeln hat eine ganz andere Wirkung. Ein „super Mann“ ist auch wirklich etwas ganz anderes als ein „Supermann“ – die Betonung liegt auch auf einer anderen Silbe und statt einer Beschreibung als „toll“=„super“ werden diesem Mann Superkräfte zugeschrieben.

Der Gebrauch von trans (oder auch trans*) kann sich also vorgestellt werden als Kurzform von „transgeschlechtlich“.

Wo trans- weiterhin als Präfix (also vorne an ein anderes Wort angeheftet) benutzt werden kann und sollte, sind die Momente, in denen trans nicht als Eigenschaft einer Person, sondern als Thematik relevant ist: Transfeindlichkeit, Transrechte, etc. Die Feindlichkeit ist nicht trans, sondern richtet sich gegen Transgeschlechtlichkeit. Die Rechte sind nicht trans, sondern sind für trans Personen da. Menschenfeindlichkeit würde auch nicht als „menschliche Feindlichkeit“ ausformuliert werden.

Es ist also ein großartiger Schritt, dass trans als einfaches indeklinables Adjektiv im Duden steht, denn so ist es möglich, trans Personen die Eigenschaft des Transseins anzuerkennen, ohne ihnen etwas anderes abzuerkennen: Eine trans Frau ist so in erster Linie eine Frau.

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